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Digital-Entscheider: Bundeskartellamt kann Facebook nicht schaden

Bild: Klaus Knuffmann Bild: Klaus Knuffmann

Das Bundeskartellamt hat Facebook in die Schranken gewiesen und dem sozialen Netzwerk die Zusammenführung von Nutzerdaten aus verschiedenen Quellen wie fremden Webseiten, Instagram und Whatsapp untersagt. Wir haben Entscheider aus der Digitalbranche hierzu befragt. Diese glauben, dass der Schiedsspruch keine Auswirkungen auf Facebook haben wird und die marktbeherrschende Stellung des sozialen Netzwerks nicht erschüttern kann. Die Macht Facebooks wird nach ihrer Einschätzung zudem nicht ausreichen, um eine Kehrtwende zu erreichen und die Entscheidung zu kippen.

Facebook bleibt ein Fels in der Brandung, der scheinbar jedem Sturm trotzt. So stimmen fast 80 Prozent der Führungskräfte der Aussage zu, dass die Entscheidung der Kontrollbehörde aus rechtlicher Sicht wichtig ist, aber keine Konsequenzen für die Position von Facebook im Markt haben wird. Ebenso viele Entscheider gehen zudem davon aus, dass dieser politisch herbe Schlag keinen Einfluss auf den finanziellen Erfolg des Unternehmens haben wird.

Facebooks Stellung bleibt unerschütterlich

Facebook ist zwar der Platzhirsch im Markt, hat aber nach Einschätzung der Entscheider nicht so großen Einfluss, den Schiedsspruch der Kontrollbehörde wieder zu kippen. Das sagen zumindest fast drei Viertel der Befragten. Lediglich ein Drittel sieht mit der Entscheidung des Bundeskartellamts das Ende für Facebook besiegelt. Die Mehrheit glaubt nicht, dass das Unternehmen ohne Datenverknüpfung an Relevanz verlieren wird oder der Dienst gar für den Nutzer kostenpflichtig werden wird, wenn die User nicht mehr mit ihren Daten bezahlen können.

„Nutzer stimmen noch viel zu leichtfertig bestimmten Datenverarbeitungsformen zu. Ich denke so wird es auch im aktuellen Fall sein. Viele Nutzer werden vermutlich freiwillig der Datenzusammenführung zustimmen“, sagt Christian Basler, Managing Director bei Visio 7.

Es wird kein zweites Facebook aus Europa geben

Unentschlossen zeigen sich die Befragten hingegen, ob die Entscheidung Chancen für andere Marktteilnehmer bietet und sich deutsche Datenallianzen als Alternativen profilieren können. Gut ein Drittel stimmt dem zu, ein Drittel jedoch nicht.

„Wir sollten uns endlich von dem Aberglauben verabschieden in Europa Facebook 2 bauen zu können und uns stattdessen auf das konzentrieren, was wir können und wo noch ungehobeltes Potential schlummert: Der B2B-Markt“, sagt Harald Fortmann, Executive Partner von five14.

Auch bei der Frage, ob Facebook auf die Verflechtung der Daten aus unterschiedlichen Quellen überhaupt angewiesen ist, zeigt sich ein differenziertes Meinungsbild. 35 Prozent bejahen dies, 29 Prozent sind unentschlossen und weitere 35 Prozent stimmen dem nicht zu.

Die Entscheidung des Bundeskartellamts ist offenbar ein erster Schritt, um die Dominanz und das Geschäftsgebaren von Facebook zu kontrollieren, wirklich Veränderungen wird sie allerdings nicht nach sich ziehen, folgt man der Einschätzung der befragten Entscheider.

Infografik: Kartellamt kann Facebook nicht schaden

Wir haben Entscheider aus der Digitalbranche zum Thema Bundeskartellamt gegen Facebook befragt.

 

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