FrauWenk+++

Instagram Stories: Was der gigantische Social-Media-Trend für die PR bedeutet

Es war Samstag der 3. November 2018. In der Bundesligapartie zwischen dem FC Bayern München und dem SC Freiburg wurde in der 70. Minute Thomas Müller eingewechselt. Und was machte seine Frau Lisa Müller? Sie postete in ihrer Instagram-Story ein Foto von der Einwechslung ihres Mannes. Dazu schrieb sie in Richtung des Bayern-Trainers Niko Kovac: „Mehr als 70 Minuten, bis der mal n Geistesblitz hat“.

Die Bayern spielten nur Unentschieden, schlitterten so in eine kleine Krise und hatten zudem mit der kommunikativen Abwehr der Football-Leaks-Enthüllungen des Spiegels alle Hände voll zu tun. Da kam die Insta-Story der Spielerfrau gerade recht.

Die Klubverantwortlichen stürzten sich voll auf die Geschichte, die Boulevard-Presse berichtete breit und die Bayern selbst gaben eine Pressemitteilung raus. Wichtigste Information: Lisa Müller hat sich bei Trainer Niko Kovac entschuldigt und der hat die Abbitte angenommen.

Natürlich ist das alles Boulevard-Quatsch, aber gerade deshalb bezeichnet die Geschichte auch einen Wendepunkt. Denn spätestens jetzt war der Moment gekommen, von dem an Sportredakteure auch in die Insta-Stories von Spielerfrauen gucken müssen.

Damit ist das Format im Nachrichten-Mainstream angekommen.

Grund genug, dass wir uns auf der ersten Communications Week®  Hamburg einmal des Themas in einem eigenen Workshop angenommen haben.

Hier die wichtigsten Zahlen:

Und gleich noch eine Slide aus der Präsentation zu der Frage, was die Stories überhaupt können.

Facebook selbst untersuchte gerade das Erfolgs-Format. Das Netzwerk kommt zu der Erkenntnis, dass 56 Prozent der Nutzer nach dem Konsum einer Story schon einmal nach weiteren Informationen im Web suchten. 50 Prozent fahndeten gar nach einer Möglichkeit, ein Produkt zu kaufen, das sie in einer Story gesehen hatten.

Den inhaltlichen Möglichkeiten innerhalb des Story-Formats sind längst kaum noch Grenzen gesetzt.


Alleine die Möglichkeit zu verlinken, bietet große Chancen. Zudem darf man einen Effekt nicht vergessen: Dadurch, dass die Inhalte nach 24 Stunden wieder weg sind, trauen sich Marken und Macher weit mehr als in klassischen Formaten, die scheinbar für die Ewigkeit produziert sind.

Vergänglichkeit macht kreativ.

Eine Woche später ging die Bayern-Story weiter. Der FCB spielte im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund. Der BVB gewann und wieder beschwerte sich eine Spielerfrau. Diesmal ärgerte sich Wahiba Ribéry. Sie wütete über einen nichtgegebenen Elfmeter gegen die Bayern. In ihrer Story schrieb sie auf Französisch: „Pfffff. Unglaublich. Aber verdammt Schiri, mach deine Augen auf. Wirklich ekelhaft. Diese Inkompetenz ekelt mich am Fußball an. Das ist erschreckend“.

Entdeckt wurde das Posting von Journalisten – wir erinnern uns: Seit dem Fall Lisa Müller müssen sie auch die Instagram-Stories der wichtigsten Spielerfrauen ständig im Blick haben.

Fazit. Was lernen wir also:

Das Beispiel Bayern München zeigt: Mit der richtigen Story-Strategie bzw. Dramaturgie bekommt man Journalisten und andere dazu, ständig auf die Stories zu schauen, um nix zu verpassen. Wann rufen die Menschen schon täglich bewusst die Inhalte einer Marke auf?

Erschienen in der Kategorie:
C-Level Briefing

Jeden Sonntag erfahren, was in der nächsten Woche für Digital-Profis wichtig wird.




Wir versenden unsere Newsletter mit Mailchimp. Informationen zum Datenschutz

Schneller Kontakt

Wie können wir Ihnen helfen?
Rufen Sie uns direkt an
+49 40 32 90 47 38 0
oder schreiben Sie uns.





Informationen zum Datenschutz