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Lesetipp: Einblick in die erste private Hochschule für Programmierer

In der 51. Ausgabe berichtet Stern-Autor Daniel Sippel über die Eröffnung der Code University in Berlin, eine private Hochschule, gegründet vom Jung-Millionär Thomas Bachem. Unser Lesetipp des Monats.

Thomas Bachem brachte sich das Programmieren selbst bei. Mit 28 verdiente er damit seine erste Million. Die von ihm entwickelte Software zur Erstellung von Lebensläufen verkaufte er an das digitale Berufsnetzwerk Xing. Heute, mit 32, gründete er die erste private Universität für Software-Entwickler. 400.000 Euro war ihm das wert.

Inhalt versus Kontakte

An Bachems Universität gibt es keine Vorlesungen. Wenn die Studenten technische Fragen haben googlen sie oder fragen den Dozenten – persönlich oder via Chat. Ansonsten arbeiten sie in „Mentoring Sessions“ an ihren Projekten. Billig ist das Ganze nicht: Stolze 27.000 Euro kostet der dreijährige, staatlich anerkannte Bachelor-Studiengang. Im Hinblick auf die gängigen Programmierstudiengänge in Deutschland stellt sich der Stern-Autor die Frage, ob die Hochschule eventuell einer teuren Kontaktbörse gleicht. Gerüstet mit Investoren wie Porsche oder Zalando und besten Kontakten zu Facebook, Xing oder Trivago, bietet die Ausbildung an der Code-University den Absolventen jedenfalls sehr gute Job-Perspektiven.

Der Geist des Silicon Valley

Laut Gründer Bachem ist die private Hochschule nicht mit den staatlichen zu vergleichen. Die meisten Informatikstudiengänge würden sich auf mathematisch-theoretische Grundlagen beschränken. Diese seien zwar wichtig, um aber gute Software zu entwickeln, bräuchte es ganz andere Skills. Hier nimmt sich die Universität das Silicon Valley zum Vorbild: Jeder kann alles schaffen, so lange er schnell, hart, mutig und kreativ arbeitet ­– und vor allem eines hat: gute Kontakte. Schon Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg prophezeite: „Die Studierenden werden unglaubliche Dinge tun. Sie werden unsere Gesellschaft, unsere Industrie und die Welt verändern.“ Als Gegenleistung für ihre Investitionen erwarten die Investoren Zugang zu den Programmierern des 21. Jahrhunderts.  Porsche sucht mittelfristig 2.500 IT-Spezialisten und lockt die Absolventen mit Einstiegsgehältern bis zu 60.000 Euro im Jahr.

Wie es auch sei, am Ende zählt die Meinung der Studenten und die sind begeistert. Anstelle anonymer Massenvorlesungen lernen sie anhand der Praxis und so würden sie nicht für Noten, sondern für das echte Leben lernen.

Mehr dazu lesen Sie in der Stern-Ausgabe vom 14.12.2017.

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