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Mit Schnäuzer, Pointen und massig Content zum Experten: Fünf Tipps, wie Sie zum Fachmann oder zur Fachfrau werden

Anne-Kathrin Richter gibt 5 Tipps zum Expertenaufbau Bild: Klaus Knuffmann

Was haben Tijen Onaran, Guido Maria Kretschmer und Martin Rütter gemeinsam? Sie alle sind Experten zu einem bestimmten Fachgebiet. Tijen Onaran für Women in Tech, Guido Maria Kretschmer für Mode und Martin Rütter hat sich als Hundeprofi Deutschlands etabliert. In unserem Berufsalltag als PR-Berater für Digitalunternehmen ist es ständig unsere Aufgabe, Menschen als Experten zu positionieren und aufzubauen. Deshalb haben wir (Anne-Kathrin Richter und Kristin Steppeling) genau dazu einen Workshop auf der diesjährigen Communications Week Hamburg abgehalten, die Frau Wenk zum ersten Mal veranstaltet hat.

Hier kommen fünf Tipps zum Expertenaufbau.

Tipp Nummer eins für den Expertenaufbau: Marke sein

Jaja, werden Sie jetzt sagen. Das ist ja ein mega guter Tipp! Und Sie merken schon. Experte kann man nicht über Nacht werden. Zum Markenaufbau gehört, wie bei einem Unternehmen auch: Geduld. Eine Personenmarke verzahnt immer eine professionelle und eine persönliche Komponente, die Andersartigkeit, Einzigartigkeit und damit einen Wiedererkennungswert schafft. Bestes Beispiel aus unseren Sphären: Thomas Koch alias Mr. Media. Und am Alias erkennen Sie schon, dass er sich als Marke etabliert hat. Der Gründer der Mediaagentur tkm ist seit gefühlten 100 Jahren in der Werbebranche, über die er sich immer wieder gern provokant und bissig äußert, aber dazu später mehr. Sein persönliches Markenzeichen (ah, sehen Sie, darin ist das Wort „Marke“ nicht umsonst enthalten), ist der ausgeprägte Schnäuzer. Wie unverkennbar der mit seiner Person verbunden ist, wurde auf dem Titelbild des Social Media Magazins sehr schön herausgearbeitet. Seinen Namen und den Schnurrbart hat der Blattmacher Armin Portele blau einfärben lassen.

Thomas Koch (Credit: Social Media Magazin)

Bild: Social Media Magazin

Tipp Nummer zwei für den Expertenaufbau: Meinungsstark sein

Weil es so schön ist und Sie spätestens jetzt Thomas Koch näher kennengelernt haben, bleiben wir einfach mal bei seinem Beispiel. Schaut man allein auf die Headlines seiner Kolumne in der Wirtschaftswoche wird Ihnen schnell klar, was meinungsstark heißt. Sagt ein Werbeexperte so etwas wie „Werbung ist zu 90 Prozent Blödsinn“, „Nie war die Botschaft so wertlos wie heute“ oder „Influencer – der reinste Kindergarten“, äußert er damit nicht nur seine Meinung, sondern er prangert sogar an, eckt an, verärgert. Zur Meinungsäußerung eines Experten gehört es, die eigenen Erfahrungen in pointierte Beiträge zu verpacken. Es ist wie mit Witzen. Was hängen bleibt, ist die Pointe, nicht ob sich ein Deutscher, ein Engländer und ein Russe in einer Bar getroffen haben. Oder war es doch ein Holländer?

Tipp Nummer drei für den Expertenaufbau: Medium sein

Ich komme noch mal auf die eingangs genannten Experten zu sprechen. Wenn Sie in letzter Zeit am Kiosk waren, wird Ihnen vielleicht das neue Persönlichkeitsmagazin „GUIDO“ von Guido Maria Kretschmer aufgefallen sein. Zugegeben, nicht jedem von uns wird es vergönnt sein, sein eigenes Printmagazin publizieren zu können. Natürlich geht es auch eine Nummer kleiner. Medium sein bedeutet, beliebte Kanäle und Formate zu nutzen, um seine Botschaft verbreiten zu können. Klassischerweise ist das ein Blog. Die Köchin und Aktivistin Sophia Hoffmann hat ihren Podcast „Vegan Queens“ ins Leben gerufen. Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medienrecht, klärt regelmäßig auf seinem YouTube-Kanal zu rechtlichen Fallstricken auf.

Vegan Queen Podcast

Bild: Vegan Queen Podcast

Podcast und Vlog sind Ihnen zu aufwändig? Auch LinkedIn Publishing eignet sich als Kanal zum Expertenaufbau. Das Business-Netzwerk stellt allen Mitgliedern ein WordPress-ähnliches Tool zur Verfügung. Stellen Sie dort ihre Artikel online, kündigen sie neue Projekte an oder nehmen Sie Stellung zu aktuellen Diskussionen, die Ihren Themenbereich betreffen. Beobachten Sie, wie Ihr Netzwerk auf Ihren Beitrag mit Likes, Kommentaren oder sogar Shares reagiert.

Sie können LinkedIn Publishing sowohl für uniquen Content als auch zur Zweitverwertung von ganzen Texten nutzen. Denken Sie dann nur immer daran, unter dem Text einen Link zur Originalquelle zu setzen, damit es nicht als Duplicate Content gewertet wird. Probieren Sie es einfach mal aus. Publizieren Sie einen Artikel zuerst auf Ihrem Blog und dann auf LinkedIn. Googeln sie nach dem Thema. Sie werden sehen, dass in den meisten Fällen zuerst LinkedIn in den Suchergebnissen auftaucht und dann erst Ihre Website. Durch LinkedIn Publishing profitieren Sie also auch noch vom gutem SEO-Ranking des Business-Netzwerks.

Tipp Nummer vier für den Expertenaufbau: Redundant sein

„Redundanz“ klingt zunächst einmal negativ, ist es aber nicht. Es bedeutet: Übertragen Sie Ihre zentralen Botschaften in immer neue Formate. Verwerten sie Ihren Content konsequent und denken Sie in Mikro-Content, Audio oder Video. Es gibt zwei mögliche Wege: Entweder Sie haben ein Format, in dem sie ihren „gesamten“ Content bündeln (Whitepaper, E-Book, Buch etc.) und zerlegen dann den Content in kleinere Stücke. Oder Sie fügen kleinere Content-Pieces irgendwann zu einem großen zusammen. Wir können Ihnen, wie bei allem nur anraten: Lernen Sie von den Besten. Schauen Sie sich zum Thema Redundanz die Präsentation „The GaryVee Content Model“ von Gary Vaynerchuk an. Meine Kollegin und ich haben ihn den „König der Wiederverwertung“ getauft. In der Präsentation erklärt er eindrucksvoll, wie er aus einer einzigen Vortragspräsentation, mehr als 30 Content Pieces aufbereitet.

GaryVee Content Model

Bild: Gary Vaynerchuk

Tipp Nummer fünf für den Expertenaufbau: Talk of the Town sein

Wie auch in der Medienarbeit gilt: Es ist viel glaubwürdiger, wenn Sie jemand anders lobt, als wenn Sie sich selbst auf die Schulter klopfen. Deshalb gilt: Erzählen Sie externen Content, in dem Sie vorkommen, konsequent weiter. Ob es nun ein Medienbericht ist, in dem Sie zitiert werden, oder das Lob eines Kunden oder Partners auf Social Media. Nutzen Sie jede Chance, um sich dafür zu bedanken und Wertschätzung zu zeigen. Nur bitte nicht zu überschwänglich und erzählen Sie nicht die Geschichte noch einmal komplett neu, sondern verweisen Sie mit knappen Worten auf die Quelle. Damit Sie gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, zu schwafeln, wählen Sie am besten ein reichweitenstarkes Mikro-Format. Das kann ein Typografie-Posting auf Instagram sein, ein Teaser auf LinkedIn Publishing oder eine Erwähnung in Ihrem Newsletter. Damit ist Ihnen auch der Like- und Sharing-Effekt der Originalquelle garantiert.

Referenzzitat Teads

Bild: Klaus Knuffmann

Fazit

Verlieren Sie nie Ihre Strategie aus den Augen und bleiben Sie beharrlich. Denken Sie immer daran: Jeder Experte war auch mal ein Anfänger.

Erschienen in der Kategorie:
C-Level Briefing

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