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Trends 2018: Das Internet hat seine Wild-West-Phase hinter sich

Beitragsbild: Klaus Knuffmann Mit dem C-Level-Update von Frau Wenk immer up to date sein (Bild: Klaus Knuffmann)

Das Jahr 2018 ist schon einige Tage alt und die Händler, Marken und Dienstleister sind emsig damit beschäftigt, ihr zukünftiges Lager zu planen. Die Frage ist nur: Welchem Trend lohnt es sich zu folgen und welcher ist vielleicht doch nicht jedermanns Sache? Von Customer Experience über Influencer bis zu Virtual Reality: Das eine große Marketing-Thema für 2018 gibt es nicht, dafür aber eine Vielzahl an Ideen. Wir haben Brancheninsider gefragt, was uns im kommenden Jahr erwartet und an welchen Trends wir nicht vorbeikommen. Die Antworten sind ein erster Schritt in Richtung Neuausrichtung und vielleicht findet sich auch die eine oder andere Inspiration darunter:

Björn Wenzel, Gründer und GeschäftsführerLucky Shareman

„Influencer-Marketing hat 2017 einen hohen Professionalisierungsgrad von Influencer-, aber auch von Markenseite erreicht. 2018 tritt Influencer-Marketing in die Effektivitätsphase ein und wird fester Bestandteil des Marketing-Mixes. Damit stellt sich auch die Frage, welche Ziele Influencer-Marketing besser erreichen kann als andere Maßnahmen. Marken haben erkannt, dass Influencer-Marketing für viel mehr geeignet ist als für reine Produkt-Promotion. Ich denke, dass wir 2018 mehr Influencer als Berater und Kreative in Sachen Produktentwicklung und damit mehr langfristige Kooperationen zwischen Influencern und Marken sehen werden.“

Yuval Ben Itzhak, CEO, Socialbakers

„Optimierung und Benchmarking sind die Trends 2018 in Social Media. Unser Content-Konsum hat eine bisher unübertroffene Intensität. Gerade soziale Medien sind zu Massenmedien geworden, in denen ein Drittel der Weltbevölkerung täglich Massen an Inhalten konsumiert. Aber die menschliche Aufnahmefähigkeit ist auch dort begrenzt. Heute diskutieren Marken deshalb nicht mehr, ob sie in Social Media aktiv sein müssen, sondern wie sie das Meiste daraus machen. Sie wollen den Wettbewerb um Aufmerksamkeit, Interaktion und Käufe gewinnen und werden dafür ihr Budget auf den besten Content am Markt geben.“

Willms Buhse, Gründer und Geschäftsführer, doubleYUU

„2018 ist das Ende der Start-up-Ära. Nicht etwa, weil nicht mehr gegründet wird –  der Grund dafür liegt vielmehr im Status quo der Digitalwirtschaft. Das Internet hat seine Wild-West-Phase hinter sich, in diesem investitionsintensiven Feld ist mit Goldgräberattitüde nicht mehr viel zu machen. Entscheidend für die Gewinner dieser Ära von Künstlicher Intelligenz, Robotik, Internet der Dinge und Co. sind vor allem Budget und Skalierbarkeit. Da können Start-ups einfach nicht mithalten, die Internetriesen wie Amazon oder Google sehr wohl und sie fordern damit Europas Wirtschaft noch mehr.“

Gerald Banze, Geschäftsführer, Q division

„Monetarisierungsmodelle für Publisher werden 2018 noch relevanter. Gerade im Bereich der Datenvermarktung verschenken sie noch Potenzial und bieten oft nur Filter für ihre Onsite-Werbung an. Dabei versäumen sie, viel relevantere Daten als Data Provider zu vermarkten. Mobile Werbung beispielsweise profitiert von den Standort-Daten, die die Sites und Apps großer Medienhäuser erfassen. Special-Interest- und Preisvergleichsseiten wiederum erkennen vor allen anderen ein aktuelles Kaufinteresse. Das ist gerade bei antizyklischen Produkten wie Baby-Produkten oder Pharma mehr als Gold wert.“

Michael Hartwig, Managing Partner Central Europe, Yext

„Marken müssen sich auf Voice Search vorbereiten. Digitale Assistenten können per Sprachbefehl nicht nur einfache Suchen ausführen, sondern auch Funktionen von Geräten steuern. Damit erweitern sie die Einsatzmöglichkeiten von Sprachsteuerung kontinuierlich auf alle möglichen Bereiche des Lebens aus. Für Unternehmen ist die Fähigkeit, kontextrelevante Situationen zu erfassen und sich hier zu positionieren, gleichbedeutend mit zukünftigem Erfolg.“

Jörg Schneider, Country Manager Germany, Undertone

„2018 gilt es, die Maßnahmen aus 2017 weiterzutreiben. Spannend werden die Fortschritte im Einsatz Künstlicher Intelligenz innerhalb von Programmatic und Automation sein. Diese Trends werden weiter an Bedeutung zunehmen. Die holistische Betrachtung aller Marketingaktivitäten über alle Kanäle wird der treibende Anspruch sein. Dazu gehört auch Experimentierfreude. Beispielsweise sollten Advertiser vorhandene Angebote wie Addressable TV und digitale Linear-TV-Werbung einbeziehen. Hier kann man heute schon viel lernen, was morgen substanziell wird. Nämlich, dass in absehbarer Zeit auch die linearen Programme der großen TV Sender digital und auch programmatisch gebucht werden. Das gilt ebenso für DOOH.“

Irisini Davis, Marketing Director EMEA, Marin Software

„Dynamische Anzeigen erzielen insbesondere im E-Commerce und im Reisesegmente beeindruckende Ergebnisse. Auch andere Branchen werden 2018 mit dynamisch generierten Anzeigen und entsprechend individualisierten Inhalten bei den Kunden punkten wollen. Das wissen auch die großen Player wie Google und Facebook und werden 2018 sicher entsprechende Produkte auf den Markt bringen. Außerdem ist die Zeit der Abteilungssilos 2018 nun wirklich abgelaufen. Wer kundenorientiertes und gleichzeitig effizientes Marketing betreiben will, muss seine Marketingkanäle verzahnen. Performance Marketer sollten, wenn nicht schon geschehen, direkt bei ihren Google- und Facebook-Kampagnen beginnen.“

Nicholas Poppitz, Managing Director Deutschland bei Teads

„Online wird TV schon bald einholen, was den Anteil an Werbeeinnahmen angeht. Im Werbemarkt wächst Bewegtbild nach wie vor stark, allerdings nur online. Video-Premiuminhalte sind jedoch rar und User-Generated-Content-Umfelder bergen Gefahren für die Markensicherheit. Daher werden Marken und Agenturen zunehmend auf Premium-Umfelder für die Platzierung von Videoanzeigen setzen. Zudem wird die richtige Mischung aus im Fernsehen platzierten Spots und Online-Werbung immer wichtiger. Nicht zuletzt, da es technisch inzwischen möglich ist, eine Fernsehreichweite online inkrementell zu erweitern und damit die Sichtbarkeit in der Zielgruppe maßgeblich zu erhöhen.“

Thorsten Bausch, CMO und Gründer, myEnso

„Das Thema Customer Centricity wird zukünftig die entscheidende Rolle spielen, denn Digitalisierung ist Demokratie, Emanzipation, Empowerment und Teilhabe. Damit rücken unweigerlich die Werte, Bedürfnisse und Bedingungen des Kunden in den Fokus aller Absichten und Handlungen. Ab sofort werden Marken dem Konsumenten deshalb endlich besser zuhören müssen. Meine Empfehlung ist, sich dann auch danach zu richten. Sonst wird‘s eng in der Welt der Netzwerk-Ökonomie.“

Wolfhart Fröhlich, CEO, Tools4Ads

Die Marktmacht von Amazon setzt Hersteller und Einzelhändler 2018 weiter unter massiven Druck. Da aber fast kein Weg an Amazon vorbeiführt, wenn man online erfolgreich Produkte verkaufen will, wird Amazon-Marketing zum Top-Thema in diesem Jahr. In puncto ‚Produktsuche‘ bekommt Google Shopping einen ersthaften Konkurrenten um die Werbebudgets. Zwar ist es noch sehr mühsam, Marketing-Kampagnen auf Amazon umzusetzen, aber das wird sich definitiv 2018 ändern. Denn die Plattform wird mit Schnittstellen und Co. nachrüsten. Für Hersteller und Werbetreibende heißt es frühzeitig dabei sein.

Joachim Bader, CEO, Wundermann

„Die Nutzung von Daten und die daraus resultierenden Insights werden 2018 noch stärker in den Fokus des Marketings rücken. Zwei Entwicklungen sind dabei zentral. Erstens, zusätzlich zur bereits langjährigen Nutzung von Daten in Media und CRM werden Daten und Insights immer mehr für die Optimierung der Customer Experience genutzt. Relevante Angebote in der Customer Journey zu entwickeln, ist deshalb nicht mehr allein eine Aufgabe von Kreation und Strategie. Datenbasierte Insights werden zum entscheidenden Faktor. Zweitens: Zielgruppen-Segmentierungen und die darauf ausgerichtete Entwicklung von Lösungen und Angeboten werden immer wichtiger. Es gibt nicht mehr die eine Kreation sondern viele Kreationen, die zielgenau auf die entsprechend mit Daten fundierte Zielgruppe passen.“

(Bildnachweis: Klaus Knuffmann)

Erschienen in der Kategorie:
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