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Trends 2018: Das kommt im nächsten Jahr auf uns zu

Das Jahr neigt sich dem Ende, Zeit für einen Ausblick auf 2018. Viele Themen beschäftigten die Branche 2017: Influencer Marketing, Brand Safety, IoT und die Zukunft der Werbung, um nur einige zu nennen. Wir haben Brancheninsider gefragt, was uns im kommenden Jahr erwartet und an welchen Themen wir nicht vorbeikommen werden.

 

Björn Wenzel, Geschäftsführer der Agentur Lucky Shareman, gibt Tipps für die Jahresplanung von Influencer-Marketing

Björn Wenzel

 

Björn Wenzel, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Influencer-Marketing-Agentur Lucky Shareman

„Influencer-Marketing hat 2017 einen hohen Professionalisierungsgrad von Influencer-, aber auch von Markenseite erreicht. 2018 tritt Influencer-Marketing in die Effektivitätsphase ein und wird fester Bestandteil des Marketing-Mixes. Damit stellt sich auch die Frage, welche Ziele Influencer-Marketing besser erreichen kann als andere Maßnahmen. Marken haben erkannt, dass Influencer-Marketing für viel mehr geeignet ist als für reine Produkt-Promotion. Ich denke, dass wir 2018 mehr Influencer als Berater und Kreative in Sachen Produktentwicklung und damit mehr langfristige Kooperationen zwischen Influencern und Marken sehen werden.“

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Michael Hartwig

 

Michael Hartwig, Managing Partner Central Europe, Yext

„Marken müssen sich auf Voice Search vorbereiten. Digitale Assistenten können per Sprachbefehl nicht nur einfache Suchen ausführen, sondern auch Funktionen von Geräten steuern. Damit erweitern sie die Einsatzmöglichkeiten von Sprachsteuerung kontinuierlich auf alle möglichen Bereiche des Lebens aus. Für Unternehmen ist die Fähigkeit, kontextrelevante Situationen zu erfassen und sich hier zu positionieren, gleichbedeutend mit zukünftigem Erfolg.“

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Yuval Ben Itzhak

 

Yuval Ben Itzhak, CEO, Socialbakers

„Optimierung und Benchmarking sind die Trends 2018 in Social Media. Unser Content-Konsum hat eine bisher unübertroffene Intensität. Gerade soziale Medien sind zu Massenmedien geworden, in denen ein Drittel der Weltbevölkerung täglich Massen an Inhalten konsumiert. Aber die menschliche Aufnahmefähigkeit ist auch dort begrenzt. Heute diskutieren Marken deshalb nicht mehr, ob sie in Social Media aktiv sein müssen, sondern wie sie das Meiste daraus machen. Sie wollen den Wettbewerb um Aufmerksamkeit, Interaktion und Käufe gewinnen und werden dafür ihr Budget auf den besten Content am Markt geben.“

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Felix van de Sand

 

Felix van de Sand, Co-Gründer und Geschäftsführer, Cobe is Fresh

„2018 werden Designer und Developer deutlich über die ersten Fragen zu IoT und neuen Interfaces hinausgehen. Der Charakter eines Gegenstands lässt sich nämlich nicht nur anhand von Sprache gestalten, vielmehr aus dem Zusammenspiel von Voice, Aussehen und Verhalten. Alles aus einer Marke abzuleiten um sicherzustellen, dass der Charakter eines Produkts den Erwartungen des Nutzers entspricht und dieser mit dem Produkt eine emotionale Verbindung aufbauen kann, wird die Königsdisziplin der UX-Branche 2018.“

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Willms Buhse

 

Willms Buhse, Gründer und Geschäftsführer, doubleYUU

„2018 ist das Ende der Start-up-Ära. Nicht etwa, weil nicht mehr gegründet wird –  der Grund dafür liegt vielmehr im Status quo der Digitalwirtschaft. Das Internet hat seine Wild-West-Phase hinter sich, in diesem investitionsintensiven Feld ist mit Goldgräberattitüde nicht mehr viel zu machen. Entscheidend für die Gewinner dieser Ära von Künstlicher Intelligenz, Robotik, Internet der Dinge und Co. sind vor allem Budget und Skalierbarkeit. Da können Start-ups einfach nicht mithalten, die Internetriesen wie Amazon oder Google sehr wohl und sie fordern damit Europas Wirtschaft noch mehr.“

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Gerald Banze

 

Gerald Banze, Geschäftsführer, Q division

„Monetarisierungsmodelle für Publisher werden 2018 noch relevanter. Gerade im Bereich der Datenvermarktung verschenken sie noch Potenzial und bieten oft nur Filter für ihre Onsite-Werbung an. Dabei versäumen sie, viel relevantere Daten als Data Provider zu vermarkten. Mobile Werbung beispielsweise profitiert von den Standort-Daten, die die Sites und Apps großer Medienhäuser erfassen. Special-Interest- und Preisvergleichsseiten wiederum erkennen vor allen anderen ein aktuelles Kaufinteresse. Das ist gerade bei antizyklischen Produkten wie Baby-Produkten oder Pharma mehr als Gold wert.“

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Torsten Oppermann

 

Torsten Oppermann, Managing Director, DELASOCIAL

„Die Customer Experience muss klar im Vordergrund stehen. Der E-Commerce wird sich dabei mittels Technologie-Einsatz den Erfolgsfaktoren des stationären Handels bedienen. Starre Shop-Strukturen lösen sich in Erlebniswelten auf. Outfits können über Sharing-Funktionen mit Freunden geteilt werden. Wir werden hoffentlich mehr virtuelle Anproben und AR-Apps sehen, die es ermöglichen, die neue Couch direkt im Wohnzimmer zu erleben und Stoffe und Farben auf die Tapete abzustimmen. Ich lege große Hoffnung auf Augmented Reality als Differenzierungsfaktor im E-Commerce – aber auch im stationären Handel.“

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Jörg Schneider

 

Jörg Schneider, Country Manager Germany, Undertone

„2018 gilt es, die Maßnahmen aus 2017 weiterzutreiben. Spannend werden die Fortschritte im Einsatz Künstlicher Intelligenz innerhalb von Programmatic und Automation sein. Diese Trends werden weiter an Bedeutung zunehmen. Die holistische Betrachtung aller Marketingaktivitäten über alle Kanäle wird der treibende Anspruch sein. Dazu gehört auch Experimentierfreude. Beispielsweise sollten Advertiser vorhandene Angebote wie Addressable TV und digitale Linear-TV-Werbung einbeziehen. Hier kann man heute schon viel lernen, was morgen substanziell wird. Nämlich, dass in absehbarer Zeit auch die linearen Programme der großen TV Sender digital und auch programmatisch gebucht werden. Das gilt ebenso für DOOH.“

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Christian Schmidt

 

Christian Schmidt, CEO, CleverReach

„Digitale über Sprache gesteuerte Assistenten werden auch im E-Mail-Marketing eine größere Rolle spielen. Sie werden auf Sprachbefehl E-Mail-Kampagnen erstellen und beim Bedienen der Kampagnentools helfen. Die Nutzer werden ihre E-Mails vermehrt per Sprachassistent abrufen. Außerdem mausert sich das Smartphone zum Kommunikationskanal Nummer 1. Nachrichten werden immer häufiger über Messenger-Dienste ausgetauscht. Damit wird die Telefonnummer als Identifier auch für das Direktmarketing wichtiger. Marketer werden bei der Adressgewinnung verstärkt versuchen, Mobilfunknummern zu erhalten, um Kampagnen je nach Nutzerpräferenz in verschiedenen Kanälen auszuspielen.“

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Irisini Davis

 

Irisini Davis, Marketing Director EMEA, Marin Software

„Dynamische Anzeigen erzielen insbesondere im E-Commerce und im Reisesegmente beeindruckende Ergebnisse. Auch andere Branchen werden 2018 mit dynamisch generierten Anzeigen und entsprechend individualisierten Inhalten bei den Kunden punkten wollen. Das wissen auch die großen Player wie Google und Facebook und werden 2018 sicher entsprechende Produkte auf den Markt bringen. Außerdem ist die Zeit der Abteilungssilos 2018 nun wirklich abgelaufen. Wer kundenorientiertes und gleichzeitig effizientes Marketing betreiben will, muss seine Marketingkanäle verzahnen. Performance Marketer sollten, wenn nicht schon geschehen, direkt bei ihren Google- und Facebook-Kampagnen beginnen.“

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Björn Radau

 

Björn Radau, Director Marketing & Communications DACH bei Teads

„Outstream ist Mainstream geworden. Der Trend, Videowerbung nicht nur als Teil von Videoinhalten, sondern auch innerhalb von redaktionellem Text zu platzieren, hat sich durchgesetzt. Das IAB (Internet Advertising Bureau) erkennt dies international schon länger an und weist Outstream bereits gesondert aus, wenn Marktanteile von Werbeformaten analysiert und veröffentlicht werden. Es wird jetzt Zeit, dass Deutschland mit dem BVDW nachzieht und nicht nur Pre-Roll- und In-Stream-Anzeigen auswertet, sondern auch Outstream als eigenständiges Format darstellt und würdigt.“

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Nicholas Poppitz

 

Nicholas Poppitz, Managing Director Deutschland bei Teads

„Online wird TV schon bald einholen, was den Anteil an Werbeeinnahmen angeht. Im Werbemarkt wächst Bewegtbild nach wie vor stark, allerdings nur online. Video-Premiuminhalte sind jedoch rar und User-Generated-Content-Umfelder bergen Gefahren für die Markensicherheit. Daher werden Marken und Agenturen zunehmend auf Premium-Umfelder für die Platzierung von Videoanzeigen setzen. Zudem wird die richtige Mischung aus im Fernsehen platzierten Spots und Online-Werbung immer wichtiger. Nicht zuletzt, da es technisch inzwischen möglich ist, eine Fernsehreichweite online inkrementell zu erweitern und damit die Sichtbarkeit in der Zielgruppe maßgeblich zu erhöhen.“

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Norbert Hegmann

 

Norbert Hegmann, CEO und Gründer, myEnso

„Für die Digitalisierung des Handels ist ein grundsätzlicher Mindshift nötig. Es geht darum, die gesamte Haltung zu verändern und nicht nur Technologie einzuführen. Der Gedanke an den Kunden muss für den Handel am Anfang allen Tuns stehen und nicht erst am Ende. Unternehmen sollten nicht an die Technologie denken, sondern an die Bedürfnisse und Wünsche des Menschen in einer digitalen Welt. Technologie ist dann der Enabler, um diese Bedürfnisse umzusetzen.“

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Thorsten Bausch

 

Thorsten Bausch, CMO und Gründer, myEnso

„Das Thema Customer Centricity wird zukünftig die entscheidende Rolle spielen, denn Digitalisierung ist Demokratie, Emanzipation, Empowerment und Teilhabe. Damit rücken unweigerlich die Werte, Bedürfnisse und Bedingungen des Kunden in den Fokus aller Absichten und Handlungen. Ab sofort werden Marken dem Konsumenten deshalb endlich besser zuhören müssen. Meine Empfehlung ist, sich dann auch danach zu richten. Sonst wird‘s eng in der Welt der Netzwerk-Ökonomie.“

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Schahab Hosseiny

 

Schahab Hosseiny, CEO, MSO Digital

„Sprachassistenten sind in deutschen Wohnzimmern auf dem Vormarsch – jetzt müssen die Unternehmen nachziehen. 2018 wird das Jahr der Suchmaschinenoptimierung für Sprachsuchen. Denn auf eine gestellte Frage folgt nur eine einzige Antwort, und es gewinnt das Unternehmen, welches die präziseste und am besten strukturierte Antwort parat hat. Also gilt es für 2018, Infos noch besser aufzubereiten, sauber zu clustern und optimal bereitzustellen.“

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Wolfhart Fröhlich  (Bild: Raimar von Wienskowski)

 

Wolfhart Fröhlich, CEO, Tools4Ads

„Amazon ist zweifelsohne schon jetzt der Platzhirsch in Sachen E-Commerce. Der Druck auf Hersteller und Einzelhändler wird sich 2018 massiv verstärken. Wer künftig erfolgreich Produkte verkaufen will, kommt an Amazon kaum noch vorbei. Entsprechend wird Amazon Marketing eines der Top-Themen für Werbetreibende in 2018. Noch ist es mühsam, Kampagnen auf Amazon umzusetzen. Aber die Plattform wird hier mit Schnittstellen und Co. nachrüsten. Das bekommt auch Google zu spüren, denn im Bereich ‚Produktsuche‘ werden die Karten definitiv neu verteilt. Hersteller und Händler müssen handeln.“Merken

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