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Warum sich aus der PK eines englischen Fußball-Zweitligisten viel über totale Transparenz in der Krisen-PR lernen lässt

Bielsa PK Kult-Trainer Marcelo Bielsa

Es ist Montag in der Früh: Sie brauchen eine hübsche kleine Story aus der Welt der Kommunikation, die Sie unterhält und mit der Sie auch noch in der Teeküche oder beim Lunch-Talk punkten können? Dann sind Sie hier genau richtig:

Fußballklubs, die Fans und die Sportpresse befinden sich – zumindest gefühlt – ja ständig im Krisenmodus: Hier muss eine Trainerentlassung moderiert oder eine Niederlage erklärt werden. Oftmals gilt es auch das Verhalten der Fans wahlweise zu kritisieren, zu loben oder zu beschwichtigen. Das passiert allerdings immer mit denselben austauschbaren Kommunikations-Konzepten.

Interessante Fallbeispiel für Krisen-Kommunikation

Aus Sicht einer PR-Agentur bietet der Fußball nur selten interessante Fallbeispiele für Krisen-Kommunikation. Anders diese Woche beim englischen Zweitligisten Leeds United und seinem – tatsächlich – höchst angesehener Trainer Marcelo Bielsa, der allerdings auch den Spitznamen „El Loco“ trägt. Zusammen lieferten sie mit einer aufsehenerregenden PK höchst interessantes Anschauungsmaterial, wie man auf medialen Druck auch reagieren kann: mit totaler Transparenz.

Die englische Presse inszenierte daraus das #Spygate

Was war passiert? Leeds wurde dabei erwischt, wie man das Training des kommenden Gegners, Derby County, mit einem Fernglas ausspionierte. Die englische Presse inszenierte daraus gleich das #Spygate und stellte gewichtige moralische Fragen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=GCdoojCjkCE

Wie reagierte Bielsa? Er berief eine Pressekonferenz ein, entschuldigte sich halbherzig, gab die Spionage zu und erklärte dann jedoch in einer 70-minütigen PowerPoint-Präsentation anhand unzähliger Excel-Listen, Videos und Animationen, die gesamte Taktik des Gegners.

Damit platzierte der argentinische Kult-Trainer in Diensten des englischen Zweitligisten gleich drei wichtige Aussagen:

  1. Man weiß eh schon alles über den Gegner. Er und sein Team sind so professionell vorbereitet, dass sie wirklich jeden Kniff der Kontrahenten kennen. Sie sind Profis.
  2. Das Fernglas wäre deshalb nicht nötig gewesen. Man wollte sich nur wirklich gar nichts vorwerfen lassen. Übrigens hat man ja nix zu verbergen, denn sonst hätte man die PK erst gar nicht derart transparent gestaltet.
  3. Jetzt kennt die ganze Liga die Taktik des Gegners bis ins kleinste Detail. So beinhaltet diese totale Transparenz auch noch eine subtile Form der Rache.
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C-Level Briefing

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